Behandlungsspektrum

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Behandlungsspektrum

In der Psychosomatischen Abteilung der Brandenburg Klinik werden folgende Störungsbilder behandelt:

Chronische Schmerzstörungen insbesondere des Muskel-, Bindegewebs- und Skelettsystems

Bei Patienten mit einer Schmerzstörung beeinflussen psychische Faktoren Intensität, Häufigkeit und Erleben sowie den Umgang mit Schmerzempfindungen in erheblicher Weise. Die psychischen Faktoren haben einen wesentlichen Anteil an der Chronifizierung von Schmerzsyndromen und dem damit verbundenen ungünstigen Umgang mit somatischen Krankheitsfolgen. Psychosomatische Schmerzstörungen überlagern häufig vorausgegangene somatische Erkrankungen und Degenerationsprozesse im Bereich des Stütz- und Bewegungssystems.

Patienten mit Schmerzstörungen werden multimodal mit Einzelpsychotherapie, schmerzspezifischer Gruppenpsychotherapie sowie mit den Entspannungsverfahren Progressive Muskelrelaxation und Hyperthermie behandelt. Im Bereich der Körperpsychotherapie werden die konzentrative Bewegungstherapie sowie ein Wahrnehmungstraining in Form von Bewegungserfahrung eingesetzt. Im Hinblick auf sporttherapeutische Therapieformen werden indikationsspezifisch Sequenztraining, Ergometertraining, Terraintraining und Rückenschule eingesetzt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die aktiven krankengymnastischen Behandlungsmaßnahmen sowie eine einzelfallbezogene physikalische Therapie.

Depressive Störungen

Die Behandlung von Patienten mit depressiven Störungen erfolgt auf der Grundlage eines integrativ-psychodynamischen Krankheitsverständnisses. Demnach wird bei diesen Störungen vom Vorliegen eines depressiven Grundkonfliktes zwischen Bindungswünschen und Autonomiestreben ausgegangen. Durch ungünstige biographische Einwirkungen besteht eine depressive Vulnerabilität, welche mit einer hohen Abhängigkeit von stabilisierenden äußeren bzw. inneren Objekten und Idealbildungen verflochten ist. Eine psychische Dekompensation tritt häufig nach biographischen Verlust- und Kränkungserlebnissen ein.

Generelle Therapieziele bei Patienten mit depressiven Störungen sind die Stabilisierung der Stimmungslage, eine Verbesserung des Antriebs, Abbau der emotionalen Blockierung und die Erhöhung des Selbstwertgefühls.

Der Behandlungsverlauf gliedert sich idealtypisch in eine Anfangsphase mit stützender Entlastung und Strukturierung, eine Förderung der Selbstwahrnehmung im Sinne einer Ich-Stärkung bzw. eine Aufmerksamkeitslenkung auf positive Aspekte des Selbstkonzeptes. In einer zweiten Phase werden depressiv-blockierende Erlebens- und Verhaltensmuster identifiziert und modifiziert.

Patienten mit depressiven Störungen werden multimodal mit Einzelpsychotherapie, psychodynamisch-interaktioneller Gruppenpsychotherapie, störungsspezifische integrative Depressionsgruppentherapie und Entspannungsverfahren der Progressiven Muskelrelaxation behandelt. Um Verinnerlichung eines positiven Körpererlebens zu fördern, werden weiterhin die konzentrative Entspannungstherapie sowie das bewegungstherapeutische Verfahren Tai Chi angewendet. Außerdem erfolgt eine Erlebnisaktivierung durch den Einsatz der Gestaltungstherapie. Ergänzend werden sporttherapeutische Therapieformen eingesetzt. Im Bedarfsfall wird das Therapieangebot durch ergotherapeutische und sozialtherapeutische Therapieformen komplettiert.

Angst- und Panikstörungen

Die Behandlung von Patienten mit Angst- und Panikstörungen erfolgt durch ein integratives Behandlungskonzept, welches verhaltenstherapeutische und psychodynamische Aspekte miteinander verknüpft. Im Bedarfsfall erfolgt eine psychopharmakologische Behandlung um die Psychotherapiefähigkeit zu sichern.

Generelle Behandlungsziele bei Patienten mit Angst- und Panikstörungen sind die Wiederherstellung der Kontrolle über Angstimpulse und eine Korrektur des Selbstbildes im Sinn der Verbesserung des Selbstwertgefühls.

Auf der Basis des sicherheitgebenden stationären Rahmens ist eine graduierte Exposition notwendig, um das krankheitstypische Vermeidungsverhalten zu reduzieren. Aus psychodynamischer Sicht handelt es sich bei Angststörungen um eine Verschiebung intrapsychischer Konfliktspannungen auf äußere Objekte. Aufgrund dessen ist parallel zur Exposition eine einsichtsfördernde Bearbeitung konfliktrelevanter Phantasien und Assoziationen der Patienten erforderlich, um die Symptomatik in einen biographischen Kontext einordnen zu können. Nach der Analyse der krankheitsfördernden psychosozialen Konstellation sind alternative Erlebens- und Verhaltensmuster zu fördern.

Patienten mit Angst- und Panikstörungen werden multimodal mit Einzelpsychotherapie, angstspezifischer Gruppenpsychotherapie, psychodynamisch-interaktioneller Gruppentherapie und graduierter Exposition behandelt. Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Behandlung stellen die körperorientierten Spezialtherapien dar. In diesem Zusammenhang erfolgt die Anwendung der konzentrativen Bewegungstherapie und Bewegungsübungen im Tai Chi Verfahren. Ergänzend wird eine sporttherapeutische Konditionierung durchgeführt. Die Entspannungsfähigkeit wird durch das Erlernen der Progressiven Muskelrelaxation unterstützt. Im Bedarfsfall absolvieren die Patienten ein soziales Kompetenztraining und nehmen an sozialtherapeutischen Therapieangeboten teil.

Traumafolgestörungen

In erster Linie handelt es sich hierbei um die Posttraumatische Belastungsstörung, jedoch können auch viele andere psychische Erkrankungen wie Anpassungsstörungen, Depressionen, oder Angst- und Persönlichkeitsstörungen in Reaktion auf traumatische Erlebnisse entstehen. Die Behandlung der Patienten mit psychischen Erkrankungen in Folge von traumatischen Erlebnissen erfolgt auf der Basis des integrativ-psychodynamisch orientierten Gesamtkonzeptes der Abteilung.

Generelle Therapieziele bei Patienten mit komplexen posttraumatischen Störungen sind die Reorientierung im sicheren Hier und Jetzt und der Abbau von Symptomen wie Intrusionen, Hyperarousal, Dissoziationen und Vermeidung, welche an das traumatische Damals gebunden sind. Dabei erhält die Aktivierung intra- und interpersoneller Ressourcen große Bedeutung.

Die Behandlung von Patienten mit posttraumatischen Erkrankungen gliedert sich in eine Stabilisierungs-, Synthese- bzw. Konfrontationsphase und die Reintegration. Der Schwerpunkt der Behandlung liegt dabei auf beziehungsorientierten und stabilisierenden Einwirkungen.

Die Behandlung  erfolgt multimodal mit Einzelpsychotherapie, psychodynamisch-interaktioneller Gruppenpsychotherapie, traumaspezifischer Gruppenpsychotherapie, imaginativer Gruppenpsychotherapie, einem Wahrnehmungstraining sowie Ergotherapie. Um Symptomabbau, Affektsteuerung und Ressourcenaktivierung der Patienten zu unterstützen werden bei Bedarf zusätzlich Gestaltungstherapie, progressive Muskelrelaxation, soziales Kompetenztraining sowie Bewegungstherapieformen angewendet. Paar- und Familiengespräche können zur Stärkung der psychosozialen Unterstützung  das Therapieangebot ergänzen.

Tinnitus

Unter dem Begriff ‘Tinnitus’ versteht man Ohrgeräusche ohne äußere Schallquelle die z.B. als Pfeifen, Summen oder Knarren in einem oder beiden Ohren oder in der gesamten Kopfregion wahrgenommen werden. Die Ursachen des Tinnitus sind vielfältig. Die Ohrgeräusche können z.B. durch Lärmschädigung, Durchblutungsstörungen, Entzündungen, aber auch durch lang anhaltende Stressbelastung verursacht werden. Tinnitus-Patienten leiden häufig unter einer Reihe von Problemen:

  • Unter den Ohrgeräuschen selbst, die für sie wenig oder überhaupt nicht kontrollierbar sind
  • Unter Bedrohungsgefühlen
  • Unter Krankheitsbefürchtungen, welche durch die ständige Aufmerksamkeitslenkung auf das Ohrgeräusch immer wieder aktualisiert werden
  • Unter Schwierigkeiten in komplexen sozialen Situationen
  • Unter dem Umgang mit Ruhesituationen
  • Unter Zukunftsängsten
  • Unter Depressivität, Resignation und Gereiztheit

Die Brandenburg Klinik bietet deshalb für die Behandlung des chronischen Tinnitus (ein Tinnitus, der seit 3–6 Monaten besteht) ein ganzheitliches multimodales Therapiekonzept an.

Die ganzheitliche psychosomatische Behandlung in der Brandenburg Klinik umfasst:

  • Psychotherapie
  • Entspannungstherapie
  • Krankengymnastik
  • Akupunktur
  • Hyperthermie
  • Massagen
  • Hörgeräteakustik
  • Sporttherapie
  • Sozialtherapie

Individuell kombiniert bieten diese Therapien gute Voraussetzungen für einen Behandlungserfolg. In der Brandenburg Klinik können insbesondere auch psychische Erkrankungen, welche mit einer Tinnitussymptomatik verflochten sind, spezifisch behandelt werden.

  • Burn-out-Folgeerkrankungen

  • Mobbing-Folgeerkrankungen

  • Komplizierte Trauer

  • Somatoforme (funktionelle) Störungen aller Organsysteme

  • Anpassungs- und Belastungsstörungen

  • Psychogene Adipositas

  • Psychische Einflussfaktoren bei körperlichen Erkrankungen

  • Persönlichkeitsstörungen

Brandenburgklinik Berlin-Brandenburg

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Über die Michels Kliniken

In unseren Rehabilitationskliniken im Raum Sachsen, Berlin-Brandenburg und Niedersachsen bieten wir Rehabilitationsleistungen in den Fächern Neurologie, Orthopädie, Geriatrie, Kardiologie und Psychosomatik an.