Brandenburgklinik bietet Post-COVID-Reha in Kooperation mit Lungenklinik

Brandenburgklinik bietet Post-COVID-Reha in Kooperation mit Lungenklinik

Bei bis zu 87 % der Menschen, die an COVID-19 erkranken, kommt es zu Langzeitschäden mit relevanten Alltagseinschränkungen, dem sogenannten Post-COVID-Syndrom. Die Krankheitsbilder sind vielfältig. Um Langzeitschäden zu verhindern und gleichzeitig eine klaffende Versorgungslücke in Berlin und Brandenburg zu schließen, bietet die Brandenburgklinik fortan eine Post-COVID-Rehabilitation an.

Bernau. Die Brandenburgklinik Berlin-Brandenburg kooperiert mit der Evangelischen Lungenklinik Berlin-Buch, um Post-COVID-Patienten, auch bekannt als Long-COVID-Patienten, eine Anschlussheilbehandlung in Berlin und Brandenburg zu ermöglichen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit schafft ein wohnortnahes Rehabilitationsangebot für Betroffene, um Langzeitfolgen entgegenzuwirken und sie nachhaltig abzuwenden.

In der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg ist dieses Angebot bisher einmalig. Es setzt nicht nur an versorgungsstrukturellen Problemen bei der Anschlussbehandlung im Bereich der Atemtherapie an – denn nur etwa fünf Prozent von rund 1000 Rehabilitationskliniken bieten gegenwärtig eine pneumologische Rehabilitation an, die zudem mit langen Wartezeiten verbunden ist. Sie verbindet darüber hinaus eine notwendige, auf die Langzeitsymptome abgestimmte, individualisierte und adäquate Behandlung nach einer Akuterkrankung an COVID-19 an einem zentralen, stationären Standort. „Nach aktueller Studienlage ist es zudem nicht ausreichend, Patienten nach einer COVID-19-Infektion ein eindimensionales Behandlungsprogramm anzubieten, da sie sehr häufig Symptome aus verschiedenen Bereichen zeigen. Wir bieten daher unsere Expertise auf den Gebieten Psychosomatik und Psychotherapie, Neurologie, Orthopädie, Kardiologie und Innere Medizin sowie der Pneumologie in Kooperation mit der Evangelischen Lungenklinik Berlin in einem Modulsystem an, um Patienten effizient zu behandeln und Langzeitfolgen abzuwenden“, sagt Klinikgeschäftsführer Kai-Uwe Michels. Dabei gelte: Je eher die Rehabilitation beginnt, desto höher sind die Chancen, chronifizierten Verläufen, reduzierter Lebensqualität und Erwerbsminderung bis hin zur vollständigen Erwerbsunfähigkeit entschieden entgegenzuwirken. In der Rehabilitation sorgen ausgebildete multiprofessionelle und interdisziplinäre Teams aus Ärzten, Psychologen, Therapeuten, Diätassistenten, Pflegekräften und vielen weiteren Berufsgruppen ganzheitlich und nachhaltig für Gesundheit. Dabei wird nicht nur die moderne medizinische Ausstattung genutzt, sondern auch die erholsame seenreiche Umgebung der Waldsiedlung zwischen Bernau und Wandlitz in die Therapie einbezogen. Das Rehabilitationsprogramm besteht aus dem vollumfänglichen Angebot der Brandenburgklinik: regelmäßige ärztliche Untersuchungen, Einzel- und Gruppentherapien, Sportangebote und vieles mehr. Dabei wird jeder Rehabilitand wie gewohnt in Einzelzimmern und unter höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards gemäß des Konzeptes der Brandenburgklinik behandelt.

In Deutschland haben sich bisher mehr als 3,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bei bis zu 87 % der Menschen, die an COVID-19 erkranken, kommt es zu Langzeitschäden mit relevanten Alltagseinschränkungen, dem sogenannten Post-COVID-Syndrom. Im Gegensatz zur akuten COVID-Infektion, die häufig mit respiratorischen Symptomen assoziiert ist, stehen beim Post-COVID-Syndrom, je nach Schwere der initialen Akutsymptomatik, neurologische und psychosomatische Symptome im Vordergrund. Auch Infizierte mit mildem oder symptomlosem klinischen Verlauf können unter dem Post-COVID-Syndrom leiden. Bis zu 20% der Infizierten leiden noch 12 Wochen nach Genesung von der Erstinfektion an relevanten Einschränkungen. In einer aktuellen Metanalyse wird beispielsweise das Fatigue-Syndrom, eine psychophysische Müdigkeit mit typischerweise rascher Ermüdbarkeit, mit 60 % als häufigstes post-COVID-Syndrom angegeben.

Zudem legen vorliegende Daten zu Folgeerkrankungen nach schweren Infektionen mit den Coronavirus-Subtypen SARS und MERS nahe, dass sich psychische Erkrankungen wie Depression, Angst- oder posttraumatische Belastungsstörung bei bis zu 32 % der Patienten im Rahmen eines Post-COVID-Syndroms manifestieren können. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, viele der Patienten stehen mitten im Erwerbsleben.

„Als Rehabilitationsklinik mit dem breitesten Behandlungsspektrum in der gesamten Region Berlin-Brandenburg und dem Anspruch, Gesundheit zu fördern, sehen wir es als unsere Pflicht an, auf die aktuelle Unterversorgung hinzuweisen. Der einzig logische Schluss war sowohl für uns als auch die Evangelische Lungenklinik die dringend notwendigen Post-COVID-Rehabilitationskapazitäten in einem differenzierten interdisziplinären Behandlungsprogramm anzubieten“, sagt Kai-Uwe Michels. Dabei sei die Behandlungsdauer abhängig von den Behandlungsschwerpunkten und liege regulär bei drei bis fünf Wochen.

Michels Kliniken

Die Michels Kliniken gehören zu der familiengeführten Unternehmensgruppe Michels. In den Rehabilitationskliniken und Therapiezentren in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Niedersachsen bieten wir Rehabilitationsmaßnahmen in den Fächern Neurologie, Geriatrie, Orthopädie, Kardiologie und Psychosomatik, um die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Patienten zu fördern, Krankheitsfolgen abzubauen und zur beruflichen und sozialen Teilhabe des Rehabilitanden nachhaltig beizutragen.

Brandenburgklinik Berlin-Brandenburg

Die Brandenburgklinik Berlin-Brandenburg gehört zum Familienverbund der Michels Kliniken und gilt in der Region Bernau und Wandlitz als einer der größten Arbeitgeber. Das Gelände der Brandenburgklinik steht als ehemaliges Domizil der DDR-Führung unter Denkmalschutz. In den vergangenen Jahrzehnten ist auf der ehemaligen Waldsiedlung Wandlitz ein Campus mit unterschiedlichen Behandlungsbereichen, Seniorenresidenzen, einem Wachkomazentrum, Hotels und Wohnungen entstanden.

Über die Michels Kliniken

In unseren Rehabilitationskliniken im Raum Sachsen, Berlin-Brandenburg und Niedersachsen bieten wir Rehabilitationsleistungen in den Fächern Neurologie, Orthopädie, Geriatrie, Kardiologie und Psychosomatik an.