Sachsenklinik Bad Lausick bietet künftig Post-COVID-Reha

Sachsenklinik Bad Lausick bietet künftig Post-COVID-Reha

Bei bis zu 87 % der Menschen, die an COVID-19 erkranken, kommt es zu Langzeitschäden mit relevanten Alltagseinschränkungen, dem sogenannten Post-COVID-Syndrom. Die Krankheitsbilder sind vielfältig. Um Langzeitschäden zu verhindern und gleichzeitig eine klaffende Versorgungslücke zu schließen, bietet die Sachsenklinik Bad Lausick fortan eine Post-COVID-Rehabilitation an.

Bad Lausick. Die Sachsenklinik Bad Lausick ermöglicht Post-COVID-Patienten, auch bekannt als Long-COVID-Patienten, künftig eine Anschlussheilbehandlung in der Region Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sie schafft damit ein wohnortnahes, interdisziplinäres Post-COVID-Rehabilitationsangebot für Betroffene, um Langzeitfolgen entgegenzuwirken und sie nachhaltig abzuwenden.

Die Rehabilitation setzt nicht nur an versorgungsstrukturellen Problemen bei der Anschlussbehandlung von Post-COVID-Betroffenen an, die mit langen Wartezeiten verbunden ist. Sie verbindet eine notwendige, auf die Langzeitsymptome abgestimmte, individualisierte und adäquate Behandlung nach einer Akuterkrankung an COVID-19 an einem zentralen, stationären Standort.

„Nach aktueller Studienlage ist es nicht ausreichend, Patienten nach einer COVID-19-Infektion ein eindimensionales Behandlungsprogramm anzubieten, da sie sehr häufig Symptome aus verschiedenen Bereichen zeigen. Wir bieten daher unsere Expertise auf den Gebieten Psychosomatik und Psychotherapie, Neurologie, Orthopädie und Innere Medizin in einem Modulsystem an, um Patienten effizient zu behandeln und Langzeitfolgen abzuwenden“, sagt Klinikgeschäftsführer Kai-Uwe Michels.

Dabei gelte: Je eher die Rehabilitation beginnt, desto höher sind die Chancen, chronifizierten Verläufen, reduzierter Lebensqualität und Erwerbsminderung bis hin zur vollständigen Erwerbsunfähigkeit entschieden entgegenzuwirken. In der Rehabilitation sorgen ausgebildete multiprofessionelle und interdisziplinäre Teams aus Ärzten, Psychologen, Therapeuten, Diätassistenten, Pflegekräften und vielen weiteren Berufsgruppen ganzheitlich und nachhaltig für Gesundheit. Dabei wird nicht nur die moderne medizinische Ausstattung genutzt, sondern auch die erholsame Umgebung der Kurstadt Bad Lausick, unweit von Leipzig, in die Therapie einbezogen. Das Rehabilitationsprogramm besteht aus dem vollumfänglichen Angebot der Sachsenklinik Bad Lausick: regelmäßige ärztliche Untersuchungen, Einzel- und Gruppentherapien, Sportangebote und vieles mehr.

Module der Behandlung von Post-COVID-Patienten sind unter anderem:

  • Neuropsychologische Therapie zur Verbesserung der Aufmerksamkeitsfunktionen, der konzentrativen Belastbarkeit
  • Psychoedukation zur Krankheitsverarbeitung
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie zur Stressbewältigung
  • Ergotherapeutisches Training der Alltagskompetenzen und der Feinmotorik insbesondere nach einer critical-illness-Polyneuropathie
  • Ressourcenstärkung und Aktivitätenaufbau
  • Physiotherapie inklusive Bewegungsbad
  • Expositionstraining und Achtsamkeitsübungen zur Angst-und Stressreduktion (u.a. bei Angststörungen, Luftnot oder nach Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen)
  • Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation und autogenes Training, ebenso Imaginationsverfahren
  • Verbesserung der Muskelkraft und damit der körperlichen Belastbarkeit sowie Gangsicherheit, ebenfalls Kräftigung der Atemmuskulatur
  • Massagen und Teilkörperpackungen zur Schmerzlinderung und Detonisierung der meist verkürzten Muskulatur
  • Geruchstraining bei Verlust oder Störung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Körperwahrnehmungsschulung – angeleitete Bewegungsimprovisationen und Bewegungskombinationen
  • Ausdauertraining zur Steigerung der Lungenkapazität, Gehstreckentraining, Walking- und Wandergruppen zur Verbesserung der Atem- und Herzmuskelkraft
  • Atmungscoaching & regelmäßige Lungenfunktionstests

In Deutschland haben sich bisher mehr als 3,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bei bis zu 87 % der Menschen, die an COVID-19 erkranken, kommt es zu Langzeitschäden mit relevanten Alltagseinschränkungen, dem sogenannten Post-COVID-Syndrom. Im Gegensatz zur akuten COVID-Infektion, die häufig mit respiratorischen Symptomen assoziiert ist, stehen beim Post-COVID-Syndrom, je nach Schwere der initialen Akutsymptomatik, neurologische und psychosomatische Symptome im Vordergrund. Auch Infizierte mit mildem oder symptomlosem klinischen Verlauf können unter dem Post-COVID-Syndrom leiden. Bis zu 20% der Infizierten leiden noch 12 Wochen nach Genesung von der Erstinfektion an relevanten Einschränkungen. In einer aktuellen Metanalyse wird beispielsweise das Fatigue-Syndrom, eine psychophysische Müdigkeit mit typischerweise rascher Ermüdbarkeit, mit 60 % als häufigstes post-COVIDSyndrom angegeben. Zudem legen vorliegende Daten zu Folgeerkrankungen nach schweren Infektionen mit den Coronavirus-Subtypen SARS und MERS nahe, dass sich psychische Erkrankungen wie Depression, Angst oder posttraumatische Belastungsstörung bei bis zu 32 % der Patienten im Rahmen eines post-COVIDSyndroms manifestieren können. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, viele der Patienten stehen mitten im Erwerbsleben.

„Als Rehabilitationsklinik mit einem sehr breiten Behandlungsspektrum in der gesamten Region Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie dem Anspruch, Gesundheit zu fördern, sehen wir es als unsere Pflicht an, auf die aktuelle Unterversorgung hinzuweisen. Der einzig logische Schluss war für uns die dringend notwendigen Post-COVIDRehabilitationskapazitäten in einem differenzierten interdisziplinären Behandlungsprogramm anzubieten“, sagt Kai-Uwe Michels. Dabei sei die Behandlungsdauer abhängig von den Behandlungsschwerpunkten und liege regulär bei drei bis fünf Wochen.

Michels Kliniken
Die Michels Kliniken gehören zu der familiengeführten Unternehmensgruppe Michels. In den
Rehabilitationskliniken und Therapiezentren in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Niedersachsen bieten wir
Rehabilitationsmaßnahmen in den Fächern Neurologie, Geriatrie, Orthopädie, Kardiologie und Psychosomatik,
um die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Patienten zu fördern, Krankheitsfolgen abzubauen und zur
beruflichen und sozialen Teilhabe des Rehabilitanden nachhaltig beizutragen.

Über die Michels Kliniken

In unseren Rehabilitationskliniken im Raum Sachsen, Berlin-Brandenburg und Niedersachsen bieten wir Rehabilitationsleistungen in den Fächern Neurologie, Orthopädie, Geriatrie, Kardiologie und Psychosomatik an.